Im Gebetsraum tief verändert

Ein Monat ist es nun schon her, dass mein Gebetshauspraktikum zu Ende ging und erst jetzt ist es  mir möglich, euch diese Zeilen zu schreiben. Ich denke fast ständig an das Gebetshaus und euch alle, und es fehlt mir alles wirklich sehr. Es ist mir ein großes Herzensanliegen, euch noch danke zu sagen und Zeugnis davon zu geben, wie wertvoll die letzten neun Monate für mich waren. Verzeiht, dass es so enorm lang geworden ist^^  aber der Herr hat eben so viel getan ;-)

Eigentlich ist es ja kaum in Worte zu fassen, was ich erlebt habe und was sich in meinem Leben getan hat. Gott hat so unglaublich viel in dieser Zeit an und in mir gearbeitet – halleluja!

Im Nachhinein weiß ich, es war das absolut Richtige, obwohl das Ganze in vielerlei Hinsicht stark angefochten war. Ich habe mir diese persönliche „Auszeit“ genommen, weil ich so eine Sehnsucht nach Jesus hatte – ich wollte meine kaputte Beziehung zu ihm heilen lassen, mich wieder ganz stark in ihn verlieben und erleben, dass er allein genügt. Tja, und Gott, ER hat meine Sehnsucht gestillt! Er ist so unglaublich treu! 

Ich blicke echt voller Dankbarkeit und auch mit Tränen in den Augen auf die Zeit zurück. Es war eine so intensive, verändernde, erlebnisreiche, wertvolle und gesegnete Zeit. Eine Zeit, die von Hoch und Tiefs geprägt war. Gott hat schrittweise Dinge aufbrechen lassen,… vieles war sehr schmerzlich, und doch gut, weil es Dinge waren, die ich mit Gott und mir selbst zu klären hatte. Mit vielen Dingen habe ich auch noch weiterhin zu kämpfen (und das tue ich solange bis es ausgestanden ist… und heil geworden ist!). Aber in vielen Punkten hat mich der Herr dieses Jahr auch geheilt! Dafür bin ich sehr dankbar!

Zu Beginn fiel es mir ehrlich gesagt sehr schwer im Gebetsraum zu sein. Alles war so neu und ungewöhnlich für mich. Doch je mehr Zeit ich in der Gegenwart des Herrn war, desto freier, glücklicher, erfüllter, … wurde ich und meine Liebe zu Jesus wuchs so stark, dass es mir plötzlich nichts mehr ausmachte, stundenlang zu singen und zu beten. Im Gegenteil: ich bekam Hunger nach MEHR! In den Monaten durfte ich erleben, was es bedeutet sein Leben niederzulegen und alles was ich hab und bin, an den EINEN zu verschwenden. Ich hatte immer Angst, dass ich etwas verpassen würde, zu kurz kommen würde, dass es Nachteile für mich hätte,... aber Gott hat mein Herz mit der Tatsache berührt, dass er allein genügt, dass er alles ist, was ich wirklich brauche und möchte.

Nach jahrelangen kräftezerrenden Arbeiten für den Herrn hat mich Jesus ganz nah an sein Herz gezogen, und dort durfte ich lernen, einfach nur zu seinen Füßen zu sitzen. Ach, was war das für ein Kampf zu begreifen, dass er mich liebt, auch wenn ich nichts leiste. 

Ein wichtiger Punkt in dieser Zeit war es auch, sich den vielen Lügen in meinem Kopf zu stellen. Es war so heilsam, das Wort Gottes immer und immer wieder, jeden Tag, zu hören und zu singen. Gott ist es dadurch gelungen, Lügenstricke herauszureißen und die Wahrheit tief in mein Herz und meinen Verstand zu schreiben. Es gibt jedoch leider noch viele Lügen in mir, die sich hartnäckig halten, aber ich werde weiter darum beten, dass ich Gott mehr glaube als den Lügen… solange bis sie verschwinden! 

Ich hab vor allem in meinem Leben immer wieder  mit der Lüge zu kämpfen, dass ich unfähig bin Gottes Stimme zu hören. In mir hat sich der Gedanke festgefahren, dass Gott nicht zu mir spricht und ich ihn nicht hören kann. Dieser Gedanke hat mich immer sehr runtergezogen und vor allem zweifeln lassen. Aber auch in dem Punkt wurde ich in der Zeit im Gebetshaus von Gott überrascht und reich beschenkt. Ich habe erfahren und erleben dürfen, dass er mich nicht anschweigt, sondern dass er auch zu mir persönlich spricht. Welch eine Ermutigung für mich und eine tiefe, innere Gewissheit, dass er bei mir ist, an mir und meinem Leben interessiert ist und mich liebt.   

   „Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott    

   singen und spielen, solange ich da bin.“ (Psalm 146,1-2)