Versöhnung mit dem Katholischen
„Wirst du jetzt katholisch?“ Fragte mich vor kurzem ein Freund und Kunde, der mich einige Jahre kennt und vor dem ich auch nicht zurückgehalten habe mit der Kritik an der römisch katholischen Kirche. Er hatte mich erlebt, wie ich mich weigerte, diese Institution überhaupt Kirche zu nennen und mitbekommen, dass ich unter der Hand durchaus dafür offen war in Rom die Hure Babylon aus der Offenbarung zu lokalisieren.
Umso verwunderter war er, als ich ihm davon erzählte, wie Gott mir ausgerechnet in der Augsburger Zwölf-Apostel-Kirche des Herz erweitert und gewaschen hatte, wie ich an nur einem Abend in einen tiefen Frieden mit meinen katholischen Glaubensgeschwistern gekommen bin und quasi eine Bekehrung erlebt hatte.
Ich fange mal mit dem Anfang an.
Im Mai 2010 war Johannes Hartl in meiner Heimatgemeinde (einer Pfingstgemeinde) als Prediger zu Gast und hat über „ein Herz wie David“ gesprochen. Ich war beeindruckt, (in meiner Arroganz) dass so was tief gehendes von einem Katholiken kommen kann, wo „die“ doch immer nur Irrlehren verbreiten.
Ein paar Monate später, im September ging ich zum ersten Mal zu einem der offenen Abende der Initiative Gebetshaus in der Zwölf Apostel Kirche. Ich wollte Johannes Hartl mal „abklopfen“ und sehen ob das nur eine Ausnahme war, was ich im Gottesdienst meiner Gemeinde von ihm gehört hatte. Was dann geschah, war unerklärlich. Man muss dazu wissen, dass Gott so freundlich ist, selbst arroganten Pfingstlern wie mir einen Blick in die unsichtbare Welt zu gewähren und durch seinen heiligen Geist zu mir zu sprechen.
Als ich auf die zwölf Apostelkirche zuging entdeckte ich zuerst ein paar bekannte Gesichter, die mir signalisierten, dass ich hier so verkehrt nicht sein konnte. Aber dann fing der Heilige Geist an zu wirken und ich konnte sehen, wie Salböl die Stufen hinauf in die Kirche herunterfloss und die Sehnsucht der Kinder Gottes IHN anzubeten förmlich aus dem Gebäude schwappte.
Auf dem Weg die Treppen hinauf hatte ich das Gefühl, ich laufe auf einem Ölteppich.
In der Kirche angekommen, sprach der Heilige Geist zu mir: „Nimm Weihwasser und bekreuzige dich, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Ich habe keinen katholischen Hintergrund und weiß bis heute nicht genau, wozu das gut sein soll, aber ich tue es seitdem mit wachsender Freude immer wenn ich die Kirche betrete. In dem Moment, wo ich das tat, kam ein Gebet über meine Lippen, das ich so nicht geplant hatte. Es war einfach da: „Vater, dies ist Dein Haus. Deine heilige Wohnung ist hier und deine Gegenwart ist deutlich spürbar.
Dies ist dein Haus und ich sage zu allem was hier geschieht Ja und Amen.“ Damit begann eine Reise in die Einheit mit meinem katholischen Geschwistern und überhaupt ALLEN Christen der verschiedenen Konfessionen, wie ich sie nicht für möglich gehalten hätte.
Ich entdecke in der katholischen Tradition (dem wenigen was ich davon mitbekomme) Elemente an Geheimnis und Heiligkeit, die etwas in meinem Geist zum Klingen bringen, das mir bisher verborgen war.
Auf der MEHR Konferenz 2011 habe ich zum ersten Mal den tiefen Schmerz gespürt, den Gott empfinden muss über die Trennung seiner Kirche.
Die Katholiken feierten Eucharistie, die Evangelischen Abendmahl und weil ich ja kein Katholik bin, war es mir versagt in Einheit mit meinen lieben Geschwistern aus der katholischen Kirche an den Tisch des Herrn zu kommen. Noch einige Monate zuvor hätte ich mich über das ganze „Brimborium“ lustig gemacht und mich erhoben.
Im Augenblick der Trennung voneinander habe ich an diesem Tag geweint und wäre am liebsten – um der Einheit willen – katholisch geworden und orthodox und evangelisch und koptisch und alles zusammen…
Als eher extrovertierter Mensch habe ich mir immer einen Scherz daraus gemacht anderen zu sagen, dass ich eigentlich tief in mir ein kontemplativer Charakter wäre. Heute weiß ich, dass es Wege gibt, dieses tief in mir Verborgene tatsächlich zu entdecken.
Ich bin erst am Anfang dieser Reise und ich glaube nicht, dass sie darin münden wird, dass ich katholisch werde, aber eines steht fest – ich bin zutiefst verbunden mit allen, die Jesus Christus lieben, ihn anbeten und ehren und ich schätze und liebe das reiche geistliche Erbe, das die katholische Kirche ihren Besitz nennt. Ich bediene mich freimütig und dankbar daran, weil es ja Eigentum des HERRN bleibt.
Und ich habe aufgehört, anzuzweifeln, ob es wahr ist, wenn sich Katholiken zu Jesus bekennen und sagen, dass sie bekehrt sind und versuche sie auch nicht mehr, in eine Freikirche zu ziehen.
Über allem steht der in mir neu erwachte Wunsch nach tiefer Einheit und Wiederherstellung der heiß geliebten Braut Christi, die am Ende aus allen Völkern, Stämmen, Konfessionen und Sprachen kommen wird und IHN in seiner Herrlichkeit anbeten wird.
Ja, komm Herr Jesus…


Kommentare
Ist ja interessant, was du
von Gast am 17. Dezember 2011 - 16:41.Ist ja interessant, was du schreibst.
Zuerst denkst du, dass die kath. Kirche die Hure Babylons ist und jede Menge Irrlehre verbreitet. Mich würde hier interessieren, wer dich dies gelehrt bzw. durch welche Erkenntnis/Offenbarung du das erkannt hast. Immerhin hast du darüber ja in aller Freimut geredet/gepredigt.
Jetzt, wie auch immer du darauf kommst, bringen dich katholische Rituale und sogar Gebäude näher in die Gegenwart Gottes.
Ich weiß ja nicht, ob du dich bei deiner früheren Ansicht auf das Wort Gottes berufen hast.
Deine neuen Erkenntnisse/Offenbarungen durch das Gebetshaus, so lese zumindest ich, besitzen nicht ansatzweise ein biblisches Fundament.
Ich bin katholisch und mir tut, auf die Heilige Schrift gegründete Kritik, gut.
Wie willst du mir nun die Sache mit dem Weihwasser biblisch erklären?
Oder dass Gebäude, wie sie ja aus kath. Sichtweise wahrgenommen werden, Häuser Gottes sind (ganz zentral der Tabernakel).
Einer der hingebungsvollsten Katholiken (Dr. Martin Luther) hat allein die Heilige Schrift als sein Fundament anerkannt. Diesen Grund sollten wir (Mitglieder jeder Denomination) nicht verlassen!
Wie schön, dein JA zur Einheit unter uns Christen!
von Gast am 15. November 2011 - 6:18.Herrlich, Dein Zeugnis, vielen Dank dafür!
Es ist wirklich ermutigend für mich, zu lesen wie der hl. Geist zu Dir gesprochen hat. Danke, dass Du so ehrlich und offen darüber berichtet hast. Ja, mich schmerzt die Trennung ebenfalls sehr; zumal ich eine ökumenische Ehe lebe und mit ansehen muss, wie ich zur Kommunion in der katholischen Kirche gehen kann, während der Mensch, der mir am nächsten steht, in der Bank hungrig zurück bleiben muss. AUA!
Martin Luther selbst wollte die Teilung und Trennung gar nicht - das muss man sich immer vor Augen halten... und trotz der Schmerzen ( oder gerade in den Schmerzen ) versuche ich , "meine" katholische Kirche, in der ich mich beheimatet fühle und glücklich bin, zu lieben.
Danke!
Zeugnis von Simon
von paulusmusic am 29. September 2011 - 23:54.Das ist ja "unglaublich" das mit dem Weihwasser. Und ja, ich habe beim Tag am Mehr 2011 eine noch nie zuvor verspürte "Einheit" mit meinen Geschwistern "anderer" Konfessionen erlebt! Danke mein Bruder!!!
Simons Zeugnis
von Gast am 28. August 2011 - 13:26.Mich berührt dieser Bericht auch ganz stark. Danke für alles Versöhnliche, Liebevolle darin.
Ich sehne mich auch so sehr danach, dass wir Christen uns nicht mehr über unsere Konfessionshintergründe abgrenzen, sondern eine Familie mit lauter Herzensverbindungen werden so wie in der Gebetsinitiative, wo die Liebe einfach gesiegt hat und siegt und weiter siegen wird (im Hebräischen kann man das in einem Wort sagen...). Und wo es einfach darum geht, Jesus zuzuhören, Ihn zu lieben, Ihn anzubeten, zu tun, was Sein Wort uns liebevoll ans Herz legt (das habe ich zum Beispiel so erlebt, als ich Fragen zur Taufe an Gott hatte und Jesus mir direkt durch Sein Wort klar gezeigt hat, was dran ist und dazu ist einfach wichtig, Wasser und ein Taufbecken und einen Menschen zu haben, den Gott beauftragt das zu tun und nicht mehr, welche Kirche dazu gehört) und zu meiden, wovor es uns warnt...dann merken wir auf einmal, dass uns als Menschen, die hören und tun, was Jesus sagt, in Wirklichkeit gar nichts mehr trennt...
Danke für diesen wertvollen und wichtigen Bericht, Simon.
Simons Zeugnis
von Gast am 28. August 2011 - 13:19.Mich berührt dieser Bericht auch ganz stark. Danke für alles Versöhnliche, Liebevolle darin.
Ich sehne mich auch so sehr danach, dass wir Christen uns nicht mehr über unsere Konfessionshintergründe abgrenzen, sondern eine Familie mit lauter Herzensverbindungen werden so wie in der Gebetsinitiative, wo die Liebe einfach gesiegt hat. Und wo es einfach darum geht, Jesus zuzuhören, Ihn zu lieben, Ihn anzubeten, zu tun, was Sein Wort uns liebevoll ans Herz legt und zu meiden, wovor es uns warnt, ...dann merken wir auf einmal, dass uns in Wirklichkeit gar nichts trennt...
Danke für diesen wertvollen und wichtigen Bericht, Simon.
WoW
von Hosianna am 21. August 2011 - 14:40.Gääänsehaut. Preis den Herrn! Ja O Herr mach uns Christen eins, damit man uns an der Liebe zueinander erkennen kann. Uns DEIN Volk!
Danke für das Zeugnis
Zeugnis v. Simon H.
von Monika Kopp am 18. August 2011 - 11:13.Ich war stark berührt und habe tiefe Freude über Gottes Wirken empfunden.
Ich bin der Überzeugung, dass Gott gerade jetzt so stark wirkt und seinen Heiligen Geist ausgießt, weil er die Einheit will. Ich denke sie wird bald kommen, so wie der Mauerfall, teils Überraschend aber von denen die mit Ihm gehen spürbar wenn es soweit ist.
Danke. Halleluja. Amen.
Starkes und tolles Zeugnis !
von Gast am 22. Juni 2011 - 21:28.Starkes und tolles Zeugnis ! Halleluja , Jesus lebt und wirkt !
Halleluja
von Michael W. am 8. Juni 2011 - 11:44.Das ist wirklich ein sehr beeindruckendes Zeugnis. Immer öfter hör ich von Christen aus Freikirchen, dass sie sich mit der katholischen Kirche versöhnen, ja sogar in sie eintreten. Ich selbst hab auch sämtliche Auf und Ab´s durchlaufen, um mich mit meiner Kirche zu versöhnen und sie nicht zu verlassen. Der Schatz ist ZU GROSS! Danke für Dein Zeugnis!!!