Zölibat und Co: Streit in der Kirche

Wohin geht die Katholische Kirche? Die mit Schärfe geführte Zölibatsdiskussion der letzten Wochen erweckt mehr und mehr den Eindruck: hier wird um eine Frage gerungen, die nicht die wirklich entscheidende ist!

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Audio-Information: 24:49 Minuten | 22.72 MB | 128Kbps Bitrate

Kommentare

Lieber Gerhard, aus Deinen


Lieber Gerhard,
aus Deinen Zeilen spricht sehr viel Enttäuschung! Dieser werde ich nicht durch ein paar Sätze würdig begegnen können. Lass mich Dir dennoch versichern, dass ich die Torah ausführlich, in Originalsprache, in Israel und mit Hilfe jüdischer Literatur studiert habe. Und viele gelehrte Christen noch viel ausführlicher als ich! Dass Du Dich entschieden hast, Gott und dem Maschiach auf Deiner Weise zu folgen, möchte ich respektieren. Du kannst dazu voller Überzeugung stehen. Ein Pauschalurteil über alle Christen benötigst Du dafür ja garnicht... Herzliche Grüße, Dein Johannes

Lehre oder Leere


Hallo Johannes,
leider habe ich diese Standardsätze zu oft gehört und erkenne darin, dass Du dich nicht sehr intensiv mit der jüdischen Glaubenslehre beschäftigt hast. Nur mit dem intensiven Studium der schriftlichen wie der mündlichen Torah kann man überhaupt den Umfang der Erlösung des Maschiach begreifen. Deswegen ist für mich klar wer Jeschua ist. Leider hat das das Christentum nur Halbwahrheiten auf Lager und ist gar nicht bereit sich einem intensiven Studium zu unterziehen. Die Grundlage des Glaubens ist und bleibt die heilige Torah. Nachdem was ich bisher hören durfte, habe ich eine Freiheit im Glauben erfahren, die ich im Christentum nie erlebt hatte. Da ich in verschieden Gemeinden und Denominationen zuhause war, habe ich festgestellt, dass es nichts Neues im Christenzum gibt und bin deshalb nicht mehr bereit irgendwelchen Halbwahrheiten zuzuhören.
Ich wünsche Dir deshalb alles Gute!

Mögest Du gesegnet sein durch den EWIGEN mit seinem Sohn Jeschuah HaMelech HaMaschiach.
Shalom Gerhard

Ex-Christ


Lieber Gerhard,
dass das Judentum mit seinen Gebeten und Festen, sowie der Treue zur Torah Faszination auf Dich ausübt, ist leicht für jemanden wie mich verständlich, da ich mich auch intensiv damit befasst habe! Tatsächlich erlebt man im gelebten Christentum bei weitem nicht immer das, wofür Christentum eigentlich stehen sollte. Umso wichtiger ist es, sich mit der entscheidenden Figur auseinanderzusetzen: Jesus Christus. Erst im Licht seiner Person wird klar, wurm es im Christentum eigentlich geht, und wo der Unterschied zum Judentum besteht. Ich empfehle deshalb Deiner Aufmerksamkeit meine Lehrserie über die Gestalt Jesu, die im November beginnen und auch im Live Webstream übertragen wird. Herzliche Grüße und Gottes Segen, Dein Johannes

Zölibat


Als ehemaliger Christ habe ich mich seit einiger Zeit dem Judentum zugewandt, da ich nicht länger bereit bin an eine Ersatztheologie zu glauben, die den Ursprung des Glaubens ausklammert. Im Judentum z. B. wird nur ein verheirateter Mann zu einem Rabbiner. So ist und war es schon immer vom EWIGEN vorgesehen.
Durch die Lehre des Judentums relativiert sich leider vieles was im Christentum geglaubt wird. Im Judentum erlebe ich einen fröhlicheren und lebendigeren Glauben der sich auschließlich am Praktizieren der Gebete und Feste orientiert. Der Vorwurf, dass das Judentum gesetzlich sei ist mehr als lächerlich, da ich im Christentum überall nur Gesetzlichkeit erlebt habe. Ich hoffe, dass jeder zur Erkenntnis kommt, dass wir wieder zurück müssen zu der Lehre die der EWIGE in seiner Güte und Weisheit für uns geschaffen hat.
Shalom

Lieber Ulli, also es ist


Lieber Ulli,
also es ist weniger so, dass ICH den Zölibat zur Disposition stelle, sondern ich sage nur, dass die Bitte um nochmalige Diskussion darüber nicht per se unerlaubt ist. Tatsächlich wurde schon extrem viel darüber gesprochen, doch die Entscheidung dagegen ist nicht von einer Endgültigkeit wie bei einer "ex-cathedra-Entscheidung". Auch das JP II Votum gegen Frauenordination wurde mit deutlich verbindlicheren Worten geäußert als jene für den Zölibat aller lateinischen Priester. Eine der großen und schönen, vom Vatikanum II nochmal betonten Prinzipien des Katholizismus ist das kollegiale Prinzip der Entscheidungsfindung, das dem primatialischen (also Papst) zugeordnet ist. Im Rahmen dieses Prinzips sollte es Theologen (und auch jedem anderen Katholiken) immer möglich sein, um ein Neu-Durchdenken einer als drängend oder unbefriedigend gelöst empfundenen Frage zu bitten, sofern diese nicht explizit als Dogma oder ex cathedra beantwortet wurde. Ich möchte noch einmal betonen, dass ich Wortlaut, Stil und Inhalt des Memorandums echt daneben finde. Allerdings ist die Power, mit der von vielen für den "Pflicht"-Zölibat argumentiert wird von solcher Wucht, dass man meine, der Zölibat sei ebenso verbindlich und endgültig entschieden wie eines der großen Glaubensbekenntnisse, die Dogmen oder die Heilige Schrift. Und dem ist nunmal definitiv nicht so. Auch wenn ich ja bekanntlich der Meinung bin, dass keine der beiden möglichen Entscheidungen über den Zölibat eines der fundamentalen Probleme der Kirche weltweit lösen würde! Dein johannes

Zölibat


Ich finde die Lehre echt super, aber eine Sache stört mich. Ich mag nicht gern zu den "verstockten Traditionalisten" gezählt werden, aber ich finde es nicht gut, dass du den Zölibat zur Disposition stellst. Wenn man sagt, dass darüber geredet werden kann, bedeutet das auch, dass die Option besteht, dass das "Pflichtzölibat" (was ja keine Pflicht ist - keiner muss Priester werden, sondern wir sprechen von der doppelten Berufung zur Ehelosigkeit und zum Priestertum, und die Kirche wählt aus denen, die die Keuschheit leben wollen bzw. dazu berufen sind, ihre Priester) irgendwann aufzuheben.
Das sind doch olle Kamellen, vgl. Kirchenvolksbegehren usf. - es wurde in der Kirche darüber viel gesprochen und irgendwann gab es eine Entscheidung, auf den Bischofssynoden (80% der Bischöfe pro Zölibat) und mit JP II. Ich frage mich, warum das immer wieder aufgewärmt werden muss. Denn auch wenn du sagst, dass das ein Nebenkriegsschauplatz ist, ereifert es doch die CHristen und trennt sie in zwei Lager (neben Frauenordination wohl das brisanteste Thema, das die meisten Gemüter erhitzt). Wenn JPII am Zölibat festhält, dann in einer lehramtlichen Aussage, die, wenn auch nicht ex cathedra, von der wir glauben dürfen, dass es gut so ist. Welche Relevanz hat das Lehramt noch, und unser Glaube, dass Gott seine Kirche mit seinem Heiligen Geist auch durch das Lehramt führt - wenn es immer wieder infrage gestellt wird? Wenn das Memorandum einen Dialog fordert, dann fordern sie eigentlich die Durchsetzung ihrer Forderungen. Oder wären die Professoren einverstanden, wenn die Kirch sagt: Wir können gern drüber sprechen und es euch nochmal und nochmal erklären, aber die Entscheidung ist schon lange gefallen? Nein, die Unterzeichner des Memorandums wären nicht einverstanden. Also finde ich, dass die Kirche auch mal sagen muss: so und so ist es, das ist unser Glaube, und darum und deshalb ist das Zölibat gut und sinnvoll und schützenswert. Und darum und darum werden wir keine Frauen zur Weihe zulassen usf. - Glaubwürdigkeit wird nicht dadurch erziehlt, sich dem Zeigeist der gerade herrschenden Meinungen anzupassen. Und die Glaubenskrise wird so auch nicht gelöst.

2 Wege


Wenn man sich so die Geschichte Israels und die Kirchengeschichte ansieht, gab es in Zeiten der Krise meist 2 Wege die Gott mit seinem Volk eingeschlagen hat:

- Er beruft Heilige und Propheten scheinbar aus dem Nichts, die mit Vollmacht auftreten und Israel/die Kirche erneuern. Nur sehr wenige haben es kommen sehen und dafür gebetet. Es wird viele geben die sich durch diese Bewegung bedroht fühlen.
- Gott führt sein Volk in die Wüste, ins Exil, ins Gericht - um dort neu um es zu werben. Er lässt einen "heiligen Rest" übrig mit dem er neue Geschichte schreibt und seine Kirche wieder aufbaut.

Ich bin sehr gespannt wohin es gehen wird!

Auch scheint der Standardzustand von Gottes Volk und der Kirche fast immer zu sein, dass sie sich von Gott entfernt. Es sind in der Regel kleine Erneuerungsbewegungen und Einzelpersonen die die Kirche zurück und näher ans Herz Gottes rufen.

Liebe Grüße,
Simon

@Johannes


Danke für deine Stellungnahme zu diesem Thema!!
Ich stimme dir in jedem Punkt zu!
liebe Grüße

@Johannes


Danke für deine Stellungnahme zu diesem Thema!!
Ich stimme dir in jedem Punkt zu!
liebe Grüße

Zölibat und Co


Vielen Dank für die klaren Worte. Was wir in den Kirchen und Gemeinden, ganz egal welcher Art, brauchen, ist eine echte Hinwendung zu Gott.
Wer hätte gedacht, dass sich die Prophetie von der MEHR so schnell bestätigen würde...

Uiii! Ich danke für die


Uiii! Ich danke für die Worte, das bringt mich dazu noch einmal meine Denkweise zu überprüfen!

sehr cool... danke!


sehr cool... danke!

Zöllibat und Co


Vielleicht sollten wir für unsere Kirchen um eine starke Gabe der Barmherzigkeit beten!
Vielleicht verändert das den Horizont in unüberwindlichen Sichtweisen!

Zölibat und Co: Streit in der Kirche


Das Bild eines Nebenkriegschauplatz scheint mir sehr passend zu sein. Die Erkenntniss eines Nebenkriegsschauplatzes darf nicht dazu führen, dass es ignoriert wird. Jeder Brand soll ernst genommen werden, denn es könnte zu einem großen Brand werden.

Ich finde den Inhalt des Audio-Podcasts sehr ansprechend. Ich bin Johannes Hartl sehr dankbar dafür.

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