Liebe Freunde des Gebetshauses,
in den letzten zwei Wochen sind wieder viele großartige Dinge passiert, die sich unter den Titel "Die Gebetshausbewegung wächst" fassen lassen. In dieser Stunde endet eine Musicalfreizeit, die unsere Kinderarbeit in Zusammenarbeit mit den KISI-Kids aus Österreich veranstaltet haben und an der 52 Kinder teilgenommen haben. Wow! Und am Sonntag kam ein Team vom Gebetshaus von der Konferenz David-Generation zurück, die die Gemeinschaft Immanuel Ravensburg zusammen mit uns veranstaltet hat. Das war ein wirklich spannendes Zusammenfließen zweier ziemlich verwandter Ströme - und über 200 Teilnehmer freuten sich an der geistlichen Intensität dieser gemeinsamen Lobpreiskonferenz.
Für mich persönlich ein Highlight war auch das Zusammentreffen mit so vielen Freunden aus den unterschiedlichsten Regionen (Tirol, Esslingen...), die auch ein Herz für die Gründung eines Gebetshauses haben. Allen voran bin ich begeistert über eine Gruppe junger, leidenschaftlicher Berliner, die für die Errichtung eines 24-7-Gebetshauses in unserer Hauptstadt brennen! Wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit mit diesen jungen wilden Pionieren!
Was gibt es sonst noch zu sagen?
Die Anmeldezahlen für die MEHR-Konferenz steigen von Tag zu Tag. An dieser Stelle möchte ich feierlich dem Gerücht widersprechen, es gäbe keine Teilnehmerbegrenzung... die Wahrheit ist: auch diese Halle ist irgendwann voll. Und wir fänden es extrem schade, dieses Jahr wieder Leuten absagen zu müssen. Deshalb habe ich hier(http://www.gebetshaus.org/medien/kurz-input/23-gr-nde-auf-die-mehr-zu-ko...) nochmal die wichtigsten 23 Gründe zusammengefasst warum es sich lohnt, auf die MEHR zu kommen.
iPad, iPhone und iHOP
Die Liveübertragung der Gebetszeiten im "International House of Prayer" kann man nun auch auf iPhone und iPad überall verfolgen, wo man gerade ist: www.theprayerroom.tv
Buchtipps Bibelkommentare zu Paulus
Immer wieder werde ich nach guten Kommentaren zu biblischen Büchern gefragt. Leider kann ich zwar viele Kommentare aus wissenschaftlicher Sicht empfehlen, die wenigsten jedoch eignen sich zur "erbaulichen" geistlichen Lesung oder Bibelmeditation. Hier kommt eine bemerkenswerte Ausnahme: Hans Urs von Balthasar hat mit seinem Buch "Tessalonicher und Pastoralbriefe" (ISBN 3 89411 307 3) keinen Kommentar vorgelegt, sondern eine Hinführung zum betrachtenden Gebet mit diesen Paulusbriefen. Seine Erschließung der Texte ist in ihrer Tiefe meiner Meinung nach beinahe unerreicht. Seine entschieden konservativ katholische Sicht auf die Ämterthematik ist speziell in den Timotheusbriefen unübersehbar, doch egal, ob man ihm in dieser thematischen Zuspitzung folgt, ist dieses Buch ein großer Gewinn für alle, die Paulusbriefe auf "mystische" oder meditative Weise studieren wollen. Etwas exegetischer, doch gleichwohl mit Gewinn zu lesen sind die neuen Kommentare von Norbert Baumert (zu 1 Kor: ISBN 978 3 429 02893 0). Auffällig und nicht wirklich überzeugend ist zwar seine ablehnende Haltung zu eschatologischen Stellen bei Paulus, doch gerade seine Deutung der Charismen und der schwierigen geschlechtsspezifischen Stellen sind brillante Erklärungen eines der wohl besten Pauluskenner unserer Zeit.
Und zuletzt: ein Text von mir. Im Anhang findet Ihr eine kleine Praxisübung, die im Zusammenhang mit meinem neuen kleinen Buch "Gottes Stimme hören im Hier und Jetzt" (siehe www.gebetshaus.org/shop) steht.
Viel Freude! Aus Augsburg, Euer Gebetshausteam und Johannes Hartl
Gott in mir - konkret
„Gott ist weit weg von mir“ oder „meine Gebete dringen nicht zu Gott vor“ - so hört man manchmal sogar Christen sprechen. Die unglaubliche Botschaft des Neues Testamentes jedoch ist, dass Gott nicht auf Bergen oder gemauerten Heiligtümern wohnt, sondern in Menschen. „Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen“ betet Paulus in Eph 3, 17 - doch wie können wir dieses Wohnen Gottes in unserem Inneren konkret erfahren, bewusster wahrnehmen?
In 4 einfachen Schritten möchte ich einen möglichen Weg aufzeigen, das Leben im Bewusstsein dieser Gegenwart im Alltag einzuüben.
- Lebe im Jetzt
Gott ist da. Er nennt sich im Alten Testament „ich bin da“. Gott ist nicht gebunden an das Auf und Ab der Zeit - er ist in einem unendlichen Jetzt. Gott ist immer da im Hier und Jetzt, das Problem ist nur: genau dort sind wir meist nicht anzutreffen. Denn wir sind in den Sorgen schon bei dem Termin nächster Woche, in unserem Schmerz oder wehmütiger Erinnerung in der Vergangenheit, in unseren Träumen in einer weit entfernten Hoffnungswelt oder in unseren Gedanken schon wieder am Arbeitsplatz. Der erste Schritt dieser Übung ist also: komm zurück ins Hier und Jetzt. Das beginnt dadurch, dass Du zunächst wahrnimmst, wie sehr Du nicht im Hier und Jetzt bist. Je öfter ich mich selbst eben dabei ertappe und zurück hole, desto schneller werde ich darin. Gott begegnet mir im Hier und Jetzt.
2. Mein Körper - meine Verbindung zum Hier und Jetzt
Während meine Gedanken relativ leicht irgendwo sein können, ist mein Körper immer im Hier und Jetzt. Die Wahrnehmung meines leiblichen Seins kann mich aufmerksam machen für die Wirklichkeit des Lebens im Hier und Jetzt. Eine alte Methode der Ostkirchen, in die Gegenwart zurückzukommen, ist das bewusste Wahrnehmen der eigenen Atmung. Jeder Atemzug erinnert mich daran, dass Gott mir das Leben gegeben hat (vgl. 1 Mos 2,7). Indem ich einige Minuten lang aufmerksam auf mein eigenes Atmen lausche, werde ich sensibel für das Hier und Jetzt.
3. Der Heilige Geist in mir
Der Heilige Geist wird in der Bibel fast immer mit dem Bildwort „Wind“ oder „Atem“ benannt. Und jeder Zug meines eigenen Atems kann mich hellhörig machen für die Gegenwart des „heiligen Atems Gottes“ in mir. Als gläubiger Christ darf ich daran glauben, dass mein Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Egal ob ich das spüre, oder nicht. Indem ich anfange, dem Heiligen Geist in mir Beachtung zu schenken, werde ich sein Dasein im Alltag immer öfter erfahren. Dieses Beachtung-schenken beginnt immer beim Danken. Indem ich für diese Gegenwart danke, wächst meine Sensibilität für sie und meine Fähigkeit, auf die Führung des Heiligen Geistes zu reagieren.
4. Bleiben
Die meisten Christen meinen, Beten sei Sprechen: Gott um etwas bitten, ihm für etwas danken. Oder Denken: sich Gott oder den Himmel oder Jesus vorstellen... Doch Denken und Sprechen sind nur ein kleiner Teil des Betens, so wie sie auch maximal ein kleiner Teil der menschlichen Kommunikation sind. Bei einem guten Freund kann man auch einfach verweilen, ohne etwas zu sagen, ohne etwas tun. „Bleibt in mir“, nennt Jesus das (Joh 15,4), und dieses Bleiben ist Quelle und Vorbedingung für jede Fruchtbarkeit im Reich Gottes. Im Letzten ist der Sinn des geistlichen Lebens nicht, uns alle dazu zu bringen, eine „Stille Zeit“ zu machen. Doch die persönliche, regelmäßige Zeit allein mit Gott hat die Kraft, unseren Ruhelosen Alltag nach und nach mit dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu durchdringen. Es geht nicht darum, dass Du beten „musst“. Das musst Du nämlich garnicht. Doch ohne regelmäßige Zeit ganz allein bei dem „Ich bin“ wird es immer schwerer, seine Gegenwart in mir wahrzunehmen. Mein Leben wird hohl, meine Fruchtbarkeit weicht bloßer Effizienz. Du bist zu einem weit erfreulicheren und erfüllenderen Lebensstil berufen. Im Hier und Jetzt.